2022-10-13 | Rohwarenpreise für Sonnenblumen steigen seit dem vergangenen Wochenende an und dürften mittelfristig zu Preisanpassungen der Sonnenblumenkerne führen

Die immer lückenhaftere Energieversorgung in der Ukraine legt die Produktion von Agrarrohstoffen und Vorprodukten (Rohöl) und deren Verladung, Verschiffung etc. lahm, da die Werke aufgrund der Black Outs nicht mehr produzieren und die Häfen nicht arbeiten können. Die Preise für ukrainische Sonnenblumensaat sind auf USD 590,00 + 600,00 p.MT FOB angestiegen. Die bulgarischen Landwirte haben ihrerseits die Rohwarenpreise für Sonnenblumen von zuletzt USD 520,00 p.MT auf heute USD 570,00 p.MT feldfallend angehoben. Selbst auf diesem Preisniveau liegen wir immer noch unter dem Break Even-Preis für die Landwirte.

Die Warenbestände für Sonnenblumenkerne schätzen wir in Westeuropa auf nur noch 50% verglichen mit dem Vorjahr 2021 zu dieser Zeit. Die starke Kaufzurückhaltung der Importeure verfolgt das offensichtliche Ziel, immer günstigere Preise einfordern zu können. Das hat bis letzte Woche funktioniert. Mittlerweile haben jedoch sehr viele kleine und mittelgroße Schälbetriebe die Produktion eingestellt und die großen Schälbetriebe produzieren nur die Mengen, die fest geordert sind. Eventuelle Kapazitätslücken werden durch Teilschließungen von Werken oder das Herunterfahren von Produktionslinien der gesunkenen Nachfrage angepasst.

Die zuletzt auf sehr niedrigem Niveau abgeschlossenen Verträge für Sonnenblumenkerne basieren auf einer Mischkalkulation. Einige Schäler konnten im Frühjahr 2022 auf sehr hohem Niveau Sonnenblumenkerne um EURO 2.000,00 p.MT DAP verkaufen. Hintergrund war zu diesem Zeitpunkt die Angst der Käufer, dass durch den Ukrainekrieg die gesamte Versorgung zusammenbrechen könnte. Diese hohen Preise mischen einige Schäler nun mit den zuletzt sehr niedrigen Verkaufspreisen, die nicht kostendeckend sind. Diese Kalkulation und Annahme gehen jedoch nicht auf. Wir hören von sehr schleppenden Abnahmen aus den hochpreisigen Verträgen mit der Begründung, dass die Käufer ihrerseits weniger Produkte absetzen.

Resümee: Wir erwarten steigende Preise für Sonnenblumenkerne und halten das aktuelle Niveau für den preislichen Tiefpunkt.

2022-09-21 | Massive Reduktion der bulgarischen Produktionskapazitäten für Kerne und deutlich kleinere Ernte Sonnenblumen
Die Auswirkungen seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine sind einschneidend und krempeln die Schälindustrie in Bulgarien nachhaltig um. Es wird von Lloyds Auditoren berichtet, die aktuell einen unangemeldet Vorort Termin zwecks BRC-Audit vornehmen wollen und vor verschlossenen Türen stehen. Wir haben gehört, dass einer der größten bulgarischen Produzenten bereits zwei Werke geschlossen hat.

2022-08-30 | Verschiffungen Türkische Sultanas neue Ernte verschieben sich drastisch nach hinten und die Qualitäten sind schlecht
Unser Ablader Özgür Tarim berichtet uns heute Morgen, dass er aktuell so gut wie keine Rohware aus der neuen Ernte im Werk angeliefert bekommt. Die aktuellen Mengen sind extrem gering und die Qualitäten haben einen “Berry Count“ von 400 Früchten pro 100 g und sind sehr dunkel. Es können daraus nur "smalls" in der Qualität Type 8–9 produziert werden. Es kommt keine helle Rohware rein, so dass es keine Produktion neue Ernte Type 10 und 11 zu diesem Zeitpunkt gibt.

2022-09-16 | Die Qualitäten in der neuen Ernte Türkische Sultanas weichen stark von den gewohnten Standards aus den Vorjahren ab
Die neue Ernte kommt verstärkt in den Sultaninen Fabriken an. Die Farbe ist deutlich dunkler. Es gilt hier, dass eine Type 11 neue Ernte einer Type 10 aus der alten Ernte entspricht. Analog verhält es sich mit der Type 10 und Type 9, die jeweils um eine Klasse dunkler als gewohnt ausfallen. Die Beeren sind viel kleiner, so dass eine Jumbo heuer bis max. 240 Beeren (2021 Ernte max. 211 Beeren) per 100 g und eine Standard bis max. 300 Beeren (Ernte 2021 max. 280  per 100 g zählt.

2022-08-29 | Preise für Sonnenblumen neue Ernte gehen täglich fester
Die Ernte hat in den wichtigen EU-Anbauländern Bulgarien und Rumänien begonnen. Die Erträge sind trockenheitsbedingt nicht gut. In Bulgarien ging man aufgrund der ausgeweiteten Anbaufläche von einer großen Ernte um 2,2 Millionen MT aus. Diese Zahl wird nunmehr auf 1,7–1,8 Millionen MT nach unten korrigiert. In Rumänien ist die Situation noch deutlich besorgniserregender. Hier gehen wir von einem 30% Einbruch ausgehend von 3 Millionen MT im Jahr 2021 auf heuer 2,1 Millionen MT für die Ernte 2022 aus.