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Sonnenblumen-Kerne

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
wir sind seit vergangenen Montag in Bulgarien und kehren morgen wieder zurück. Die Schälindustrie ist nur für die nächsten 2 Monate ausreichend mit Rohware versorgt. Vielleicht sogar nur für einen Monaten. Diese Woche steht ein Mengentender über 22.000 mt Sonnenblumensaat an. Ein großes Seeschiff liegt in Varna vor Reede und drei große Handelshäuser ( Dreifuss etc. ) können das Schiff nicht füllen und kaufen ca. 8.000 mt sunflower cake zu. Die Farmer wollen selbst bei den aus unserer Sicht bereits heute sehr hohen Rohstoffpreisen von ca. EURO 350,00 p.mt ( siehe Chart in der Anlage ) kaum verkaufen.
 
Sonnenblumen werden weltweit in USD gehandelt. Seitdem Donald Trump in den USA zum Präsidenten gewählt wurde, hat sich der USD gegenüber dem EURO von 1,1200 auf 1,0550 befestigt. Das entspricht einem Wertzuwachs um ca. 5 %. Analog sind die Preiserwartungen der Bulgarischen Farmer fester! Hatte am Anfang der Saison die Bulgarische Schälindustrie noch auf fallende Preise gesetzt, um die viel zu niedrigen Verkaufskontrakte für die Kerne einzudecken, so kann sie die Rohware aktuell nicht kaufen, weil die Farmer keine Interesse an den aktuellen Preisen um EURO 350,00 haben.
 
Zur Erinnerung ist die Bulgarische Schälindustrie Verkaufskontrakte am Anfang dieser Saison eingegangen, die auf einem Zielpreis ( target price ) für den Rohstoff unter EURO 300,00 p.mt basieren. Der heutige Tagespreis ( spot price ) ist viel höher und steigt weiter an. Für jeden aktuellen LKW, den die Bulgaren abladen, schießen sie zwischen EURO 2.000,00 bis 5.000,00 zu, abhängig von den Verkaufspreisen. Dies gilt im Besonderen für die Kontrakte, die unterhalb von EURO 700,00 oder kurz darüber gemacht wurden.  
 
Für notwendige Investitionen in die Erhaltung und Modernisierung der Reinigungstechnologie verlängern ich die Amortisierungszeiträume ( return on investment ) massiv. Ein neuer Colour Sorter kostet ca. USD 150.000,00 und sollte normalerweise innerhalb von 3 Jahren amortisiert sein. Tatsächlich werden heuer 6 Jahre und mehr angesetzt. Da baut sich aus unserer Sicht eine Investitionsblase auf und die wird irgendwann platzen. Wir raten daher jedem, hier auf breiter Basis seine Belieferung aufzubauen und sehr komfortabel gedeckt zu sein.  
 
Vielen Dank!
 
PS: Diese Situation stellen wir in allen wichtigen Erzeugerländern der Schwarzmeerregion fest. Siehe auch hierzu nochmals das angefügte “Chart“! In keinem Ursprungland ist der Rohstoffpreis unter die magische Grenze von EURO 300,00 gefallen und das wird auch nicht gesachehen!
 
Mit freundlichen Grüßen
Best Regards
 
Sascha Hönig